Bericht über LIMES im Uhrenmagazin 3-2004 von Iris Wimmer-Olbort

"Mechanische Uhren: Made in Germany" heißt der Slogan der jungen Uhrenmarke Limes aus Pforzheim. In seinem Portfolio hat Gründer und Inhaber Thomas Ickler solide Uhren von elegant bis sportlich, in denen sein besonderes Know-how zum Ausdruck kommt - die Gehäusefertigung.

Geschichte selbst schreiben

Eine junge Marke mit langer Geschichte: Limes kommt aus dem Hause Ickler, einem Familienunternehmen, das bereits 1924 in Pforzheim gegründet wird und sich auf die Herstellung von Uhrgehäusen spezialisiert. Dennoch ist die Uhrenmarke Limes selbst sehr jung: Im Jahr 2000 werden die ersten Zeitmesser unter diesem Namen präsentiert. Und jeder einzelne ist ein Beweis dafür, dass man bei Ickler etwas von Gehäusefertigung versteht.

Der Mann hinter der Uhrenmarke ist Thomas Ickler, der in dritter Generation das Unternehmen führt und aus dem Familienbetrieb einen Hersteller hochwertiger Gehäuse für renommierte Kunden etabliert. Doch das ist ihm noch zu wenig. Seine eigene Kreativität, sein Einfallsreichtum sind nicht genügend gefordert. "Früher hat man als Gehäusehersteller eine eigene Kollektion entwickelt und Entwürfe gemacht", erzählt der diplomierte Wirtschaftsingenieur. "Es war wichtig, kreativ zu sein." Doch mit der Fertigung für hochwertige Marken trete die eigene Entwicklungsarbeit in den Hintergrund. Kunden von Ickler kommen heute mit festen Vorgaben zu den Fachleuten, geben selbst winzige Details vor. Für eigene Ideen bleibt da kein Platz. "Genau das fehlt uns", sagt Thomas Ickler. "Wir waren immer schon Entwickler - nicht nur Dreher und Fräser."

Eigene Ideen verwirklicht der 50-Jährige nun in der Kollektion von Limes, die auf dem Niveau der Gehäuseproduktion angesiedelt ist: In den anspruchsvollen, in einigen Schritten handwerklich gefertigten Gehäuse ticken ausschließlich mechanische Werke. "Das ist Überzeugung", betont Ickler. "Ich glaube nicht, dass etwas anderes Sinn machen würde. Ein Quarzwerk wäre nicht adäquat zu unserer Gehäuseproduktion."

Dieses Konzept macht die Premiere auf den Messen Inhorgenta in München sowie in Basel 2000 zum Erfolg mit "guter Resonanz", so Ickler. Auch das Uhren-Magazin ist damals von der jungen Marke angetan, nennt in der Ausgabe 5 das Modell "Romulus" einen "viel versprechenden Anfang - eine echte Einsteigeruhr für Freunde der Mechanik" und lobt die Kombination aus hochwertiger Verarbeitung und moderaten Preisen. Diese gehen heute von 395 Euro für die "Nightflight Zeiger-Datum" bis hin zum Chronographen "Integral" für 1975 Euro und er "Pharo" mit Goldgehäuse für 4950 Euro.

Mittlerweile umfasst die Kollektion sieben Linien - von der robusten und markanten Taucheruhr "1Tausend", die diesem Namen mit ihrer Wasserdichtigkeit alle Ehre macht, bis hin zur klassisch-eleganten "112", von der Ickler als "schlicht, zart und ergreifend flach" schwärmt. Dazwischen finden sich Linien wie "Chyros" mit filigranen Details wie feiner Gehäusekannelierung und guillochierten Zifferblättern, die hochwertige "Pharo", die sich zum Beispiel ganz in Rosegold kapriziös-markant gibt, oder die sportlich elegante "Principio", die mit auffälligen Zifferblättern die Blicke auf sich lenkt. In den durchdachten Modellen ticken modifizierte und dekorierte Handaufzugs- oder Automatikwerke aus dem Hause ETA. Das soll vorerst auch so bleiben, erklärt Thomas Ickler. "Wir greifen lieber auf bestehende Werke zurück und sind nicht so vermessen, schon eigene Entwicklungen starten zu wollen." Statt dessen widmet sich Ickler mit seinem Team dem Entwurf von Uhrendesigns und hat größte Freude, wenn diese gelingen: "Dann ist Weihnachten und Ostern an einem Tag", schmunzelt er. "Wenn man ein Jahr lang an einer Uhr tüftelt, dann ist es super, wenn sie fertig ist. Deshalb ist auch immer das jüngste Modell mein liebstes." Diese Meinung teilen die Kunden: Die neuen Modelle von Limes gehören auf den wichtigsten Märkten Deutschland, USA und Japan stets zu den gefragtesten - derzeit sind dies die flache "112" und die Taucheruhr "1Tausend". Insgesamt fertigen und verkaufen die zwölf Mitarbeiter von Ickler etwa 2000 Uhren pro Uhr. Endmontage, Kontrolle und Reglage finden in Pforzheim statt.

Für die Zukunft plant Thomas Ickler die Ergänzung der Uhrenfamilie "Principio" und "Integral" und will damit natürlich den Namen Limes weiter bekannt machen. Woher stammt dieser eigentlich?

"Mein Vater hat diesen Namen schon vor zwei oder drei Jahrzehnten schützen lassen", erklärt Ickler. Welche Idee dahinter steckt - er weiß es nicht. Doch wenn man über den Namen philosophieren wolle, "dann gefällt mir der mathematische Limes gut: das eine Zahlenfolge an einen Grenzwert geht", so Thomas Ickler. "Wir haben auch überlegt, uns einen alteingesessenen Namen zu kaufen, dann jedoch beschlossen, dieses Geld lieber in die Produkte zu stecken. Das finden wir ehrlicher. "Nur eines gibt er zu: "Natürlich fehlt die Historie." Die wird Thomas Ickler nun einfach selbst schreiben: Die Geschichte der Uhrenmarke Limes.